FBW - Helvetischer Pionier im Fahrzeugbau
Begonnen hat die Geschichte der Firma FBW 1904, als der Firmengründer Franz Brozincevic - 1874 in Kroatien geboren - als gelernter Kunstschlosser in Zürich eine Reparaturwerkstätte für Personen- und Lastwagen eröffnete. Schon bald eroberten seine für den Postzubringerdienst konzipierten “Franz” Lastwagen den Markt. 1911 liess “Motoren-Franz”, wie der Fahrzeugpionier damals genannt wurde, international aufhorchen; er baute auf dem europäischen Kontinent den ersten 5-Tonnen-Lastwagen mit Kardan- anstatt dem damals üblichen Kettenantrieb. 1916 wurden mit der Übernahme der in Konkurs geratenen Motorenfabrik Wetzikon AG die Grundsteine für die Franz Brozincevic & Cie. Wetzikon - kurz FBW genannt - gelegt. In den folgenden Jahren wurde im Nutzfahrzeugbau der Ort Wetzikon zum Begriff für fahrzeugtechnische Innovation und Qualität. Von 1916 bis 1985 entstanden in den Werkhallen ca. 7000 Fahrzeuge - meist massgeschneiderte, im Dialog mit dem Kunden entstandene Lastwagen, Sattelschlepper, Armeefahrzeuge, Feuerwehrautos, Auto- und Trolleybusse sowie Postautos und Reisecars. Viele dieser Fahrzeuge sind heute noch im In- und Ausland im täglichen Einsatz. Einige Fahrzeuge wurden durch Liebhaber vom Schrottplatz ferngehalten und können heute als Zeugen einer leider verschwundenen Fahrzeugmarke gefahren und bewundert werden
Aus dem Familienalbum der Brozincevics: FBW-Stand am Autosalon Genf 1926: 3-Achs-Lastwagen Typ 6-R, Bus F1 und Schnell-Lieferwagen. v.l.n.r.: Mutter Frieda, Tochter Frieda, Firmengründer Franz sen., Söhne Max und Franz und FBW-Vertreter Frugoni.

Wie man schnell Schweizer wird

1907 übergab die Schweizerische Post, die damals den Sammel- und Zubringerdienst auf dem Platz Zürich bereits motorisiert betrieb, aber Probleme mit der Störanfälligkeit ihrer Fahrzeuge hatte, ihren eigenen Autobetrieb in die Hände von Franz Brozincevic. Franz baute dann selber neue Postfourgons, die auch hielten, was man sich von ihnen versprach.

1908 wurde der Postdirektion aber plötzlich bewusst, dass sie ihren Autobetrieb einem Ausländer anvertraut hatte und so wurde die Einbürgerung für 810 Franken rasch vollzogen!

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